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Historisch gesehen gibt es den Ort Dortmund-Derne eigentlich gar nicht. Es gab zwar die Gemeinde Derne,
diese hatte aber keinen eigenen Ortskern, sondern bestand im Wesentlichen aus den drei etwa gleich großen
Dörfern Altenderne, Kirchderne und Hostedde.
Nach der heute allgemein üblichen Bezeichnung "Stadtname Bindestrich Stadtteilname" gab es also keine
Derner Innenstadt, aber die drei Orte Derne-Altenderne, Derne-Kirchderne und Derne-Hostedde. Nach der
Eingemeindung zu Dortmund 1928 heißen diese drei Orte korrekt Dortmund-Altenderne (wobei anzumerken ist,
daß Teile von Altenderne heute zur Stadt Lünen gehören), Dortmund-Kirchderne und Dortmund-Hostedde. Die
Ortsbezeichnung "Dortmund-Derne" kommt in dieser Aufzählung aber nicht vor.
Die Eisenbahn hat sich hier also ihren namensgebenden Ort quasi selbst geschaffen. Noch im preußischen
Urkatster von 1827 sind an der Stelle, wo 1874 der Bahnhof Derne eröffnet wurde, Wald- und Wiesenflächen
und lediglich zwei einzelne Häuser eingezeichnet. Von Hostedde kommend gabelt sich hier der Weg Richtung
Altenderne in Norden und Kirchderne in Süden.
Daß sich heute hier zahlreiche Gebäude befinden und man tatsächlich vom Ortskern eines Stadtteils
Dortmund-Derne sprechen kann, ist allerdings nicht auf die Eisenbahn alleine zurückzuführen, sondern
weit stärker auf die Zeche Gneisenau, die sich in unmittelbarer Nähe zur Eisenbahnstrecke befand. 1873
wurde in der Zeche Gneisenau der erste Schacht abgeteuft. Von 1875 bis 1886 ruhte der Betrieb aufgrund
technischer Schwierigkeiten. Ab 1886 begann dann die eigentliche Kohleförderung, für die die Eisenbahn
natürlich ein wichtiger Transportweg war.
Im Jahr 1985 wurde die Zeche stillgelegt, 1989 die dazugehörige Kokerei und 1990 das Kraftwerk. Geht
man vom Bahnhof hoch zur Hostedder Straße, die als Brücke über die Eisenbahngleise führt, so blickt man
direkt auf Fördergerüst von Schacht IV (Bild unten links). Diese Gerüst wurde in den Jahren 1933 und 1934
errichtet und wird in seiner Bauform als "Doppelbock" bezeichnet. Es steht heute unter Denkmalschutz. Blickt
man von der Brücke südlich auf die Eisenbahngleise, so sieht man die Verzweigungen für das Gleisystem
des Schienenanschlusses zum Zechengelände (Bild unten rechts). Diese Gleise werden zwar noch von
Oberleitungen überspannt, jedoch sieht man an den wachsenden Sträuchern, daß sie nicht mehr genutzt werden.
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